Die kleine ebb Geschichte
Unendliche Wälder, sanfte Hügel und eine mehr oder weniger sportliche
Bevölkerung, die ihre sportlichen Aktivitäten am Angebot des SV Waldhaus
ausrichtet.So oder ähnlich stellte sich dem Betrachter die Situation auf
dem Bannholzer Berg dar. Bis zu dem Tag, an dem einige Unentwegte, unter
Führung des damaligen SVW-Vereinsvorsitzendem Hans Ebner, das wohl
deutschlandweit einmalige Experiment wagten, einen Sportverein mit einer
eigenen Narrenabteilung auf die Beine zu stellen.
Schon kurz nach der Gründungsversammlung der Eintracht Bannholzer Berg e.V.,
am 23. August 1975 im Hause Amann Remetschwiel,
stellte sich heraus, dass
der Bedarf an zusätzlichen sportlichen und unterhaltsamen Aktivitäten
durchaus vorhanden war.
So hatte dieser junge Verein in der ersten Zeit einen recht
außergewöhnlichen Zulauf. Bei der ersten Hauptversammlung der Eintracht
Bannholzer Berg am 17.10.1975, also keine 2 Monate nach der Gründung, konnte
der gerade zum 1. Vorsitzenden gewählte Hans Ebner
von 42 Mitgliedern und
einer bereits unter Ebb-Organisation durchgeführten Großveranstaltung zu
Gunsten der Aktion Sorgenkind in der Gemeindehalle Weilheim berichten.
Weitere Aktivitäten jeglicher Art sowie die Ausarbeitung einer
Vereinssatzung, der Beitritt zum
Deutschen Turnerbund und zu verschiedenen
Narrenverbänden prägten den sehr arbeitsintensiven Beginn des neuen Vereins.
Die Eröffnung der Fasnachtssession 1976 bescherte allen Beteiligten einen
zusätzlichen Arbeitseinsatz in welcher Form auch immer. Neben
Preismaskenball und Teilnahme an Umzügen in der Region fand am 7.2.1976 in
der Gemeindehalle Weilheim der 1. ebb-Zunftball statt. Diese bis zum
heutigen Zeitpunkt erhaltene Veranstaltung entwickelte sich schnell zu einem
festen Bestandteil im Jahreskalender des ebb. Nur ein einziges Mal, im Jahre
1991, wurde diese Veranstaltung sowie sämtliche anderen
Fasnachtsveranstaltungen auf Grund des damals herrschenden Golfkriegs
abgesagt.
Parallel zum Aufbau der Narrenabteilung entwickelte sich die Sportabteilung
mit der Gründung einer Mädchentanzgruppe, Kinderturngruppen und dem
Jedermannturnen mit wöchentlichen Übungsstunden zu gut besuchten
Veranstaltungen. Die Teilnahme an verschiedenen Sportfesten und Turntagen in
der Region zählte damals wie heute zum Programm der Ebb-Turner.
Natürlich stand dabei nicht immer nur der sportliche Ehrgeiz im Vordergrund,
oftmals war der olympische Gedanke: "Dabei sein ist alles" und der zu
erwartende gemütlich Abschluss einer solchen Veranstaltung im Vordergrund.
Dies sei von einem Verein, der sich der Förderung des Breitensports und des
Brauchtums verschrieben hat, auch unbedingt zu erwarten.
Natürlich wurde der noch junge Verein auch nicht von Schicksalsschlägen
verschont. So verstarb am 26.12.1978 der damalige 1.Vorsitzende Hans Ebner.
Mit ihm verlor der ebb eine treibende Kraft aus der Gründungszeit.
Nachdem man sich von diesem schweren Verlust erholt hatte, widmete sich der
Verein mit neuer Kraft weiteren Projekten. So wurde zu dem bereits
bestehenden Narrenrat eine weitere bis heute sehr beliebte Gruppe eingefügt,
die "Butterhexen". Sie bilden mit ihren Kostümen und Masken einen beliebten
Farbtupfer auf den Narrenparketten in der Region. Aus einer alten
Überlieferung entstand der Gedanke zum Aufleben dieser Fasnachtsfigur, die
sich auch heute noch in alter und junger Frische sehen lassen kann.
Aber nicht nur die Narren waren sehr aktiv. Auch auf dem Sport- und
Spielebereich war der Verein ständig in Bewegung. Aus einer bereits vom TV
bekannten Veranstaltung entwickelte der ebb eine kleine eigene Art des
“Spiel ohne Grenzen", das sich immer wieder reger Beteiligung und eines
begeisterten Publikums wie zuletzt im Sommer 2004 erfreuen konnte.
Im sportlichen Bereich folgten weitere Gruppen, die dem bestehenden Angebot
hinzugefügt wurden. So bot der Verein im März 1979 mit 100 Mitgliedern,
verteilt auf 4 Sportgruppen, dem Narrenrat und den Butterhexen schon ein
großes und interessantes Angebot an verschiedenen Aktivitäten. Erweitert
wurde das Freizeitangebot des ebb während der Bauphase der Haagwaldhalle
durch eine sehr engagierte Bauabteilung, die zur Fertigstellung der Halle
einen großen Teil beitragen konnte.
Im Mai 1981 wurde der Sportbetrieb in der soeben fertig gestellten
Haagwaldhalle in Remetschwiel freigegeben, dadurch eröffneten sich natürlich
weitere Möglichkeiten der verschiedensten Art, ohne die zeitraubende Anfahrt
zu den bisherigen Hallen in Kauf nehmen zu müssen. Auch die
Großveranstaltungen wie der Zunftabend oder Weihnachtsfeiern im
Vereinsrahmen profitierten vom Hallenneubau.
Mit der Gründung einer eigenen Guggenmusik, den inzwischen eigenständigen "Gupfefläxern"
im September 1984, konnte ein Teil der Lücke zwischen dem Angebot für die
Jugend (Mädchentanzgruppe, Kinderturnen) und dem Angebot für die Älteren
(Jedermannturnen, Frauen- turngruppe) geschlossen werden.
Auch mit der Bildung einer Mutter und Kindturngruppe im Jahr 1985 erfolgte
eine weitere Angebots-erweiterung, in der Hoffnung, ein paar der
Nachwuchsturner für die Zukunft im Verein zu
gewinnen. Auch die Gründung einer Volleyballgruppe im August 1988 sollte
dazu beitragen, das Angebot des Vereins für alle Altersstufen zu
vervollständigen. Im Bereich der Narrenabteilung zeigten sich in diesen
Jahren schon einige Veränderungen auf. So gingen die bisher deutlich
spürbaren Aktivitäten des Narrenrates zurück und konnten nur durch
Initiative der Vorstandschaft am Leben erhalten werden, bis schließlich der
Narrenrat des ebb nicht mehr vorhanden war.
Auf Initiative einiger verwegener "Narren" zeigte sich aber schon bald eine
neue Perspektive, um die Fasnachtstraditionen aufrechterhalten zu können. So
traten bei der Fasnacht 1993 erstmals auch einige "Herren" unter den Masken
und dem Gewand der "Butterhexen" auf und konnten somit die fast schon
verloren gegangenen Fasnachtsbräuche aufrechterhalten.
Mit der Herstellung einer neuen Hallendekoration, die gemeinsam mit den
Landfrauen Remetschwiel und dem Musikverein Brunnadern Remetschwiel
finanziert wurde, begann somit eine neue Epoche der ebb Fasnacht.
Neben all den Aktivitäten, die der ebb hier in der Gemeinde Weilheim
unternimmt, ergab sich im Sommer 1994 im Rahmen eines Besuchs der
französischen Partnerstadt die Möglichkeit zu einer Partnerschaft mit dem SV
Baden. Trotz der unterschiedlichen Vereinsstrukturen wurde eine
Partnerschaft der beiden Vereine beschlossen. im folgenden Jahr wurde diese
Partnerschaft durch einen Gegenbesuch des ebb bestärkt. Hierbei lernten die
Mitreisenden viel vom bretonischen Flair ihres Partnerverein und besonders
die Spielregeln im Basketball.
Eine weitere sehr entscheidende Entwicklung für den Verein zeigte sich nach
einer vereinsinternen Geburtagsfeier im Dezember 1995. Trotz oder gerade aus
dem reichlichen Genuss verschiedener Hopfenkaltgetränke entstand die
konkrete Idee, einen eigenen Vereinsraum in der Vorhalle der Haagwaldhalle
zu schaffen. Dieser Raum sollte die bereits überquellenden heimischen Keller
und Garagen der Mitglieder deutlich entlasten und als "Stützpunkt" für alle
Aktivitäten des Vereins dienen.
Trotz anfänglicher Bedenken einzelner Gemeinderatsmitglieder zeigte sich
schon während der Bauphase 1997 bis 1998, dass den Planern des ebb ein
großer Wurf gelungen war. Finanziert aus Vereinsmitteln, konnte man einen
großzügigen Vereinsraum mit Lagerflächen fertig stellen und zusätzlich den
Nutzwert der Vorhalle deutlich erhöhen.
Im sportlichen Bereich zeigte sich in den letzten Jahren die Einrichtung der
Gruppe "Karate für Kids" und “Karate für Erwachsene” als ein neues Zugpferd,
die sich trotz des heutzutage übergroßen Angebotes an Freizeitvergnügungen
positiv auf die Entwicklung des Vereins auswirkt.
Mit “Spiel ohne Grenzen 2000” und einem großen Jubiläumsabend mit
außergewöhnlich unterhaltsamen Programm, wurde im Sommer 2000 das 25-jährige
Vereinsjubiläum rund um die Haagwaldhalle gefeiert. In diesem Rahmen konnten
natürlich auch die ersten Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft geehrt
und die ersten Ehrenmitglieder in diesem doch noch recht jungen Verein
benannt werden.
Heute ist der ebb mit 398 Mitgliedern einer der größten Vereine in der
Gemeinde Weilheim. Mit einem attraktiven Angebot an Sport- und
Unterhaltungsaktivitäten, die sich über das ganze Jahr erstrecken, versucht
der ebb, ein Stück Kultur, im weitesten Sinne zu schaffen und zu erhalten. Im Jahr 2008 konnten wir auf
33 Jahre ebb zurückschauen, und
haben dies im Rahmen der Fasnacht ausgiebig gefeiert.
Trotz des
zunehmenden Einflusses durch Funk, Fernsehen und neue Technologien in
unserer digitalisierten Welt versuchen wir die Angebote hoffentlich noch
lange Zeit aufrecht zu erhalten, oder gegebenenfalls zu ergänzen.
Dabei sind wir dringender als
je zuvor auf die Hilfe unserer Mitglieder
angewiesen, die sich hoffentlich so zahlreich vermehren wie die Neubauten in
den Baugebieten der Gemeinde.